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Pflanzen in der Antarktis


 

Die Antarktis als Lebensraum für Pflanzen

Arktis und Antarktis verhalten sich nicht nur hinsichtlich ihrer Lage auf dem Globus wie Positiv und Negativ: Auch bezüglich der Land-Meer-Verteilung sind sie gegensätzlich strukturiert. Während in der Arktis ein über dem geographischen Nordpol situiertes Meer südlich des 83. Breitengrades von Landmassen eingeschlossen ist, so ist dagegen die Antarktis eine von Meer umgebene Landmasse, die bis zum 50°S reicht und auf der auch der geographische Südpol liegt. Zwischen 50°S und dem südlichen Polarkreis dagegen erstreckt sich Wasser, in dem sich außer vereinzelten kleinen Inselgruppen nur die südliche Spitze Südamerikas, die Falkland-Inseln, Süd-Georgien und die Nordspitze der antarktischen Halbinsel Grahamsland über den Meeresspiegel erheben.

Da bei der Behandlung des arktischen Lebensraumes die borealen Nadelwälder, die Taiga, außer Acht gelassen wurden, soll hier nur im Vorbeigehen erwähnt werden, daß das einzige Gebiet auf der Südhalbkugel, das der nördlichen Taiga entspricht, die laubwerfenden Nothofagus-Wälder auf Feuerland darstellen.

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Die Vegetation in der Antarktis

Das antarktische Zonobiom kann in 3 Regionen eingegliedert werden:

  1. Die Subantarktis, in der die Jahrestemperatur stets über 0°C liegt (in der daher auch Permafrostböden fehlen). Sie ist baumlos und wird von Tussock-Gräsern und Polsterpflanzen beherrscht.
  2. Die nördliche Antarktische Wüste, in der das Jahresmittel unter 0°C liegt, wobei das wärmste Monatsmittel die +2°C-Grenze nicht übersteigt. Hier sind Blütenpflanzen für die Vegetation bedeutungslos: Einzig in der Antarktis heimisch sind Deschampsia antarctica (Poaceae), vielleicht ein Relikt der ehemals wärmeliebenderen Flora, die Fossilbelegen zufolge sehr üppig gewesen sein muß, und Colobanthus quietensis (Caryophyllaceae). Als Fußstapfen des Weißen Mannes können die gelegentlich auftretenden Gräser Poa pratensis und P. annua und die Caryophyllacee Stellaria media gelten, die sich aber nur schlecht behaupten.
  3. Die südliche Antarktische Wüste, in der die Bedeckung ausschließlich durch Niedere Pflanzen gestellt und kaum 1% erreicht wird.

 

Für die Subantarktis (subantarktischen Inseln und die Südspitze des amerikanischen Kontinents ) ist ein durch starke Winde (Westwinde) geprägtes Klima typisch, in dem durch die Winde hervorgerufen, die Westseiten des Landes regenreich-humid sind, wohingegen die Ostseiten, im Regenschatten liegend, eher trockener sind. Die Flora ist (v.a. im Vergleich zur Arktis) artenarm und wird charakterisiert durch Araukarien, die polsterförmige Apiacee Azorella selago, den Kerguelen-Kohl Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae) und die das Tussock-Grasland bildenden Festuca- und Poa-Arten (Poaceae). Die auffallende Homogenität der Flora geht auf den zusammenhängenden Gondwana-Kontinent zurück: Die Arten stellen zu großen Teilen Tertiär-Relikte der wärmeren Gondwanaflora dar.

1841 wurden auf einer Expedition des Botanikers Joseph D. Hooker nur 18 Pflanzenarten (inkl. Flechten) gefunden. Heute nimmt man alleine 100 Flechtenarten, überwiegend Krusten, Strauch- und Laubflechten, ca. 45 Laubmoosarten (u.a. Polytrichum alpestre) und 5 Lebermoosarten an. Hooker zog aus seinen Beobachtungen das Resümee, daß auf dem Antarktischen Kontinent kleine und kleinste, häufig krustenbildende, kryptogame Sporenpflanzen wie Algen, Flechten, Pilze und Moose dominieren. - Die zwei Blütenpflanzenarten, die dort vorkamen, hatte er gar nicht gefunden. Sie kommen aber auch nur in den Bereichen nördlich von 61°21 s.Br. vor (d.h. auf einigen Inseln).

Die Nährstoffarmut der Böden kann man an dem Phänomen gut erkennen, daß die Pflanzen sich bevorzugt in der Nähe von Vogelnistkolonien und -ruheplätzen ansiedeln.

 

Literatur:

Breckle, Heinrich, S. Breckle (1991): Ökologie der Erde. Bd. 4: Spezielle Ökologie der gemäßigten und arktischen Zonen außerhalb Euro-Nordasiens. Gustav Fischer Verlag Stuttgart. S. 485 - 511

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Anpassungen von Pflanzen an das Leben in Antarktischen Regionen

Gefahren, denen Pflanzen in der Arktis wie in anderen Gebieten mit kalten Jahreszeiten ausgesetzt sind, sind neben der unmittelbaren Kälteeinwirkung Faktoren wie Frosttrocknis, Schneedruck und Lawinen.

Die ohnehin artenarme arktische Vegetation, die zudem auch räumlich stark eingeschränkt ist, hat in wenigen Mustern auf die Umweltbedingungen reagiert:

Gegen Herbivore müssen sich die antarktischen Pflanzen kaum schützen, da als solche nur Einzeller, Fadenwürmer (Nematoden), Bärtierchen (Tardigrada) und einige wenige Gliederfüßer (Arthropoda, v.a. Springschwänze und Milben) wirken.

 

Literatur:

Breckle, Heinrich, S. Breckle (1991): Ökologie der Erde.
Bd. 4: Spezielle Ökologie der gemäßigten und arktischen Zonen außerhalb Euro-Nordasiens. Gustav Fischer Verlag Stuttgart. S. 485 - 511

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